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Hey, ich bin Julia

Schon in meiner Kindheit, fühlte ich mich nicht wohl in meinem Körper und empfand ihn als zu dick. Bereits mit zehn Jahren fing ich meine erste Diät an und fing an meinen Körper mit anderen zu vergleichen. Mit sechzehn Jahren rutschte ich in die Krankheit Magersucht.

Mit jedem Kilo, das ich weniger auf die Waage brachte, bekam ich ein Gefühl von Kontrolle und Selbstdisziplin. Die Optimierung meines Körpers war für mich zu einer Aufgabe geworden. 

 

Viele Jahre meines Lebens habe ich damit verbracht, mich in Arbeit, Leistung und den Ansprüchen anderer gerecht zu werden. Ich lebte in einer Scheinwelt im Außen für die anderen und erschuf mir eine Parallelwelt in mir drinnen. Diese Parallelwelt nannte sich Essstörung und ich lebte mit und gegen diese Krankheit, ganze sechs Jahre. 

Nach sechs Jahren Magersucht mit allen möglichen Hochs und Tiefs war ich mit 20 an meinem kompletten Tiefpunkt angelangt. Neben der Magersucht hatte ich depressive Phasen, meine Lebensfreude und Hoffnung waren kaum mehr da. Ich hatte es fast aufgegeben, diesen Kampf noch gewinnen zu können. Doch gleichzeitig beschloss ich, endlich gesund werden zu wollen.

 

Mein „Klick-Moment“ im Kopf kam, als ich mich selbst vor die Wahl stellte, ob ich leben oder sterben wollte. Die Frage war, wer und was ich bin, ohne „die Krankheit“?

Ich entwickelte eine eigene Strategie, mich zu heilen und mein Essverhalten zu normalisieren. Seitdem hatte ich kein einziges Mal mehr einen Rückfall. Durch die tiefe Auseinandersetzung mit mir und meinen Gefühlen, bin ich Stück für Stück mir als Person neu begegnet. Ich erkannte das Essen nie mein Problem war. 

 

Das Problem sind alte Gefühle, die ich nie genauer beleuchtet habe und immer wieder hochkamen. Mein Körper wollte nie krank werden. Er wollte nur, dass man ihm einmal zuhört und beachtet.