Orthorexie (zwanghaft gesundes Essen)

Der Begriff der Orthorexie wurde erstmals von einem amerikanischen Mediziner Steve Bratman 1977 geprägt. 

Das Verhalten der Orthorektiker überschneidet sich mit dem der „Dauer-Diäter“  und den „restrained-eaters“. Im Bestreben möglichst gesund essen zu müssen oder sich auch nach einer bereits durchlebten Essstörung, seinen Körper zu kurieren entwickeln Betroffene ein zwanghaftes Verhalten. 

Ähnlich wie bei der Magersucht, wird auch hier der Fokus auf das Essen gelegt. Betroffene entwickeln ihr eigenes System welche Lebensmittel gesund oder ungesund sind. Aus Furcht vor Fett, Zucker und zu vielen Kohlenhydraten erfolgt eine suchtartige Verengung des eigenen Fokus. Essensplanungen erfolgen bereits Tage im Voraus. Um auswärts essen zu können, nehmen sie eine Überlebensration ihrer eigenen Lebensmittel mit, aus Angst vor bestimmten Lebensmittelgruppen oder das Essen könne mit Chemikalien belastet sein. 

 

Auch dem Drang nach Selbstkontrolle, wie bei der Anorexie bekannt, steht hier im Hintergrund. Orthorektiker haben ein hohes Selbstgerechtigkeitsgefühl und fühlen sich durch ihre extreme Disziplin, anderen überlegen. 

 

Im Gegensatz zu anderen Essstörungen, ist die Orthorexie, derzeit noch kein eigenständiges Krankheitsbild im Diagnosekatalog der WHO dem ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten). 

Jedoch bestehet auch hier ein Krankheitswert und Leidensdruck der Betroffenen. Im Streben danach, sich etwas Gutes zu tun, gestehen sich Betroffene oftmals erst spät Hilfe ein. Meistens erst, wenn sich Essanfälle oder eine Magersucht einstellt.